Programm

Tiefer tiefer Wald

Weil es kalt ist, klingelt Ilse Schubert im „Haus Sonnenglanz“. Der Wirt der Pension kocht einen guten Kaffee und backt uns Pfannkuchen. Früher, sagt er, seien nicht mehr Urlauber in den Harz gekommen, die Zahl der Anreisen sei ähnlich gewesen wie heute, aber die Gäste blieben zwei Wochen, nicht zwei Tage. So vergingen die Ferientage: Gefrühstückt wurde bis 8:30 Uhr, dann gab es einen gepflegten Spaziergang bis zum Kurpark, schön gekleidet, und wieder zurück zum Mittagessen. Von 13-15 Uhr Mittagsruhe, dann zum Kaffeetrinken, und um 18 Uhr zum Abendbrot zurück. Fernsehen im Gemeinschaftsraum. Wahrscheinlich war es so schön, bedient zu werden, dass dieses Bedientwerden einen großen Teil der Urlaubsfreude ausgemacht hat.

Ich frage sie, welches Bild für den Harz stehen sollte, wenn sie wählen könnten, wenn sie beispielsweise die Kulisse für ein Stück über den Harz gestalten könnten. Den Blick vom Sandikel ins Tal wählt Ilse Schubert, den tiefen Wald, den Märchenwald der Wirt.

Von Antje Schiffers