Programm
30/07/2018
Dossier zu kultureller Bildung in ländlichen Räumen

Die Onlineplattform Kulturelle Bildung Online hat ein Themendossier zum Thema Kulturelle Bildung in ländlichen Räumen veröffentlicht. Dabei geht es unter anderem auch um die beteiligten Kultureinrichtungen am TRAFO-Programm.

16/07/2018
Entwicklungswerkstätten im Rahmen von TRAFO 2

2018 öffnet sich TRAFO für weitere Regionen. 18 Regionen aus den neun, bislang noch nicht an TRAFO beteiligten Flächenbundesländern, wurden von den Kulturministerien für die Teilnahme an TRAFO 2 benannt. Die Akteure dieser Regionen kamen im Juni und Juli in sogenannten Entwicklungswerkstätten zusammen.

TRAFO - Modelle für Kultur im Wandel

TRAFO steht für Transformation: Das Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes, unterstützt in seiner ersten Förderphase von 2016 bis 2020 sechs modellhafte Transformationsvorhaben in den Regionen Oderbruch, Südniedersachsen, in der Saarpfalz und auf der Schwäbischen Alb, die exemplarisch für die Herausforderungen in ländlichen Räumen stehen. Beteiligt sind Theater, Stadtbüchereien, Museen, Kulturzentren, Literaturhäuser sowie zwei Festivals. Ab 2018 kommen in einer zweiten Förderphase, die bis 2023 geht, weitere Regionen hinzu.

Im Rahmen des Programms werden Wege aufgezeigt, die zeigen, wie sich Kultureinrichtungen in kleineren Städten und ländlich geprägten Räumen als starke Akteure etablieren, die von der Bevölkerung als lebendige Kulturorte für die Kommune und die Region genutzt werden. Gemeinsam mit den Bürgern entwickeln sie das Kulturangebot für ihre Region und öffnen sich für neue Aufgaben und Kooperationen.

Bei den Transformationsvorhaben gehen die beteiligten Kultureinrichtungen ganz unterschiedliche Wege: Einige Einrichtungen verändern sich zu einem regionalen Zentrum für Kultur und Begegnung. Sie erarbeiten Angebote, die über ihren kulturellen Auftrag als Museum, als Bibliothek oder als Theater hinausgehen und öffne sich für neue Aufgaben und neue Kooperationen in der Region. Andere Institutionen werden mobil und gehen mit ihrer Arbeit über die Stadtgrenzen hinaus, um mit Partnern in den umliegenden Regionen ortsspezifische Projekte und partizipative Angebote umzusetzen. Wieder andere Kultureinrichtungen verbünden sich mit anderen Akteuren und stimmen ihre Arbeit aufeinander ab. So verbessern sie gemeinsam die Qualität ihrer Angebote und erreichen eine größere Sichtbarkeit in der Region. Und manche der beteiligten Regionen unterstützen die Zivilgesellschaft dabei, wieder mehr Strukturen und Ansprechpartner für die Kultur zu etablieren. Solche Kulturbüros werden an Kultureinrichtungen angesiedelt, um die Akteure der Region zu vernetzen und zu beraten.

 

Starke Allianzen zwischen Kultur und Politik

Um diese Wege nachhaltig zu verankern, ist ein weiterer Leitgedanke von TRAFO, starke Allianzen zu bilden, um gemeinsam mit Politik, Kulturakteuren und Verwaltungen ein gemeinsames Verständnis über die Zukunft der Kultureinrichtungen in der Region zu verhandeln und zu entwickeln. Denn nur wenn sich viele Verantwortliche darauf einigen, welchen Beitrag die Kultureinrichtungen für eine positive Weiterentwicklung ihrer Regionen leisten können, erfährt die freiwillige Leistung Kultur eine langfristige finanzielle Sicherung und eine breite Unterstützung.

Wissensvermittlung

Neben der Förderung der Projekte ist es ein wesentliches Ziel desTRAFO-Programms, die Erfahrungen aus den Regionen weiterzugeben und eine Debatte darüber anzustoßen, wie sich Kultureinrichtungen in ländlich geprägten Regionen und kleineren Städten  angesichts des demografischen Wandels weiterentwickeln können und welche Allianzen dafür zwischen Kultur, Politik und Verwaltung aufgebaut werden müssen. Dafür veranstaltet TRAFO zwei Mal im Jahr eine Akademie mit allen Programmteilnehmern, organsiert Expertengespräche, informiert im Rahmen von Veranstaltungen und mit seinem mehrmals im Jahr erscheinenden Newsletter über die TRAFO-Projekte sowie ihre Transformationsprozesse und berät auch externe Kulturakteure, Vereine und Ministerien zum Thema Kultur im ländlichen Raum.

Künstlerische Impulse

Darüber hinaus versucht das TRAFO-Programm sich dem Bild ländlicher Räume mit künstlerischen Projekten zu nähern. Dazu zählt ein Theaterstück des Jungen Theaters Göttingen zum Demografischen Wandel, eine  Lesereihe zum Thema Landleben sowie ein Fotoprojekt, bei dem Studierende der Fachhochschule Potsdam gebeten wurden, ihre ganz persönliche Sicht auf den ländlichen Raum fotografisch festzuhalten. Ein Teil dieser Bilder wurde bei einer Werkschau im Rahmen des inter!m-Festivals 2017 auf der Schwäbischen Alb gezeigt.

Fotoprojekt

Studierende des Fachbereichs Design der Fachhochschule Potsdam erkundeten von April bis Dezember 2015 fünf sehr unterschiedliche Regionen im ländlichen Raum. Sie waren geleitet von Fragen des Programms TRAFO, aber auch von Intuition, Neugier und von Empathie.

„Über Land“ – Lesereihe

 

Das Landleben ist in den Medien angesichts demografischer, infrastruktureller und wirtschaftlicher Veränderungen allgegenwärtig. Der ländliche Raum als Imaginationsraum, so scheint es, hat gerade in Zeiten gesellschaftlichen Umbruchs Konjunktur.

„2030 - Odyssee im Leerraum“ - Theaterprojekt

 

Das Junge Theater Göttingen hat sich im Rahmen des TRAFO-Programms auf eine Irrfahrt durch den ländlichen südniedersächsischen Raum begeben und erkundet, welchen Einfluss der Demografische Wandel auf die Politik, die Kultureinrichtungen, die Menschen und die Infrastrukturen vor Ort hat. Entstanden ist das Stück „2030 – Odyssee im Leerraum“.

Bilder ländlicher Räume beim inter!m-Festival 2017

Den Eingang zum inter!m-Festival 2017 bildete die Werkschau BILDER LÄNDLICHER RÄUME mit Fotos der Studierenden des Fachbereichs Design der Fachhochschule Potsdam.

Expertengespräche

 

Die Umsetzung des Programms „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ und seiner bislang sechs TRAFO-Projekte in den vier Modellregionen stellt die Beteiligten vor vielfältige strategische Fragestellungen. Daher suchen wir den fachlichen Austausch mit Expert/innen und bieten unseren Partner/innen Workshops zu ausgewählten Scherpunktthemen ihrer Arbeit an.