Ideenkongress

Musik

Donnerstag 20. September 2018, 21:00 Uhr, Konzert mit Christian Grässlin und Ensemble

Der Musiker Christian Grässlin ist ebenfalls durch die TRAFO-Regionen gereist, um dort Musiker zu treffen und mit ihnen zu musizieren. Aus den Begegnungen ist eine YouTube-Serie entstanden, die auf dem Ideenkongress gezeigt wird. Zudem hat Grässlin ein Ensemble aus Laien- und Profimusikern aus den Regionen zusammengestellt, das von den Traditionen der Regionen inspiriert ist und den Kongress musikalisch begleitet. Unter anderem wird das Ensemble ein von Grässlin komponiertes Blasmusik-Werk spielen, die TRAFOlka.

 

Ein Gespräch mit dem Musiker Christian Grässlin.

Lieber Christian Grässlin, was ist das Besondere an der Blasmusik? Die Energie? Das Laute? Das Unbändige?

Christian Grässlin: Vielleicht das Wichtigste ist die Energie. Ich fahre jetzt quer durch Deutschland, und überall kann ich jederzeit mit den Leuten zusammenspielen, einer fängt mit einem bekannten Stück an, der nächste Musiker steigt ein, der dritte legt los... Das erinnert ein wenig an Jazz, auch wenn es im Rahmen der Musikstücke bleibt. Wenn ich mit Musikern an einer Polka arbeite, ist das einfach sehr kreativ, sehr direkt, sehr besonders, weil du mit anderen Leuten an etwas arbeitest, das alle kennen, aber das jedes Mal ganz anders klingt.

Viele Leute verbinden Blasmusik mit Festzelten und Schützenvereinen. Sie aber holen die Blasmusik über Ihre Youtube-Videos ins digitale Zeitalter. Wie reagieren vor allem junge Menschen auf die Musik?

Grässlin: Ich zeige die Musik im Netz vorwiegend deshalb, weil es nicht nur sehr viele junge Musikerinnen und Musiker gibt, die leidenschaftlich Polka oder Märsche spielen, sondern auch verstärkt ein junges Publikum. Die Leute finden den Sound einfach originell. Für sie ist das sozusagen ein Eintauchen in eine ganz andere Musikwelt, nicht der Techno oder Hiphop im Club, aber etwas, das trotzdem groovt und ziemlich viel Rhythmus hat.

Für den TRAFO-Ideenkongress werden Sie in die vier TRAFO-Regionen reisen, Ihre eigenen Kompositionen mitbringen und dort gemeinsam mit verschiedenen Musikvereinen einzustudieren. Was reizt Sie an diesem Projekt?

Grässlin: Vor allem reizt es mich mit fremden Menschen über die Musik Geschichten zu erzählen. Ich werde an jedem Ort bei Null anfangen, und jedes Mal werden wir etwas Neues kreieren. Bekannte Polkas und Märsche, auch meine Kompositionen, werden geprobt und aufgeführt, und ich freue mich auf regionale Musiktraditionen. Ich denke, wir werden mit diesem Projekt erfahren, wie viele Facetten im vermeintlich Bekannten und schon Gehörten zu entdecken sind. Außerdem schreibe ich gerade an einem Marsch, der Trafolka. Den werde ich an jedem Ort, an den ich komme, mit den Leuten einstudieren. Und mit jeder Probe, jedem Konzert wird sich die Musik verändern, weiterentwickeln, etwas dazu gewinnen. Ich bin einfach wahnsinnig gespannt, wie sich dieses Stück anhören und anfühlen wird.

 

Zur Person: Christian Grässlin studierte 5 Jahre an der Musikhochschule Freiburg bei Anthony Plog. Sein Hauptaugenmerk lag zunächst auf der klassischen Musik, doch nach einer Masterklasse mit Mnozil Brass und dem Unterricht bei Thomas Gansch, studiert er seit 2013 Jazz-Trompete auf dem Jazzcampus in Basel. Grässlin spielte mit Mnozil Brass, war Gast-Solist in Herbert Pixner’s TV Sendung, hatte Auftritte im SWR-Fernsehen. Tourneen führten ihn seit 2005 nach Wales, Portugal, in die Ukraine und die USA, nach Singapur und Brasilien und nach Tokyo. Für 2018 ist sowohl die Präsentation seiner eigenen CD geplant, als auch die Veröffentlichung seiner Polka-Kompositionen in Form kleinerer Noten-Bücher.

Mehr Infos zu Christian Grässlin unter:
www.youtube.com/ChristianGrässlin