Ideenkongress

Kulturförderung

Partner im Themenraum ist die Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
Verantwortlich für die Konzeption des Themenraums sind Barbara Neundlinger, Geschäftsführerin der Kulturpolitischen Gesellschaft, Christine Wingert, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft, Samo Darian, Programmleiter TRAFO und Antonia Lahmé, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kulturstiftung des Bundes.

 

Freitag, 21.09.2018, 11.00-16.30 Uhr
Festsaal

Den ländlichen Raum gibt es nicht, die Regionen unterscheiden sich in ihren wirtschaftlichen, demografischen, sozialen und kulturellen Voraussetzungen. Bei der Entwicklung von Unterstützungsangeboten und Förderinstrumenten scheint es daher wichtig, auf diese Unterschiede noch stärker einzugehen. Es braucht eine Diskussion über neue Förderinstrumente für die Kultur in ländlichen Räumen, um dem langfristigen Ziel näher zu kommen, ein attraktives und zukunftsweisendes Kulturangebot auch außerhalb der Metropolen zu sichern und zu stärken. Ausgangspunkt für diese Diskussion im Themenraum „Kulturförderung“ bilden sechs Themen, die von den Mitgliedern der Kulturpolitischen Gesellschaft benannt und in einer bundeweiten Befragung bereits kommentiert wurden. Sie gehen darauf ein, vor welchen Herausforderungen ländliche Kulturakteure stehen, welche Entwicklungsaufgaben Landkreise, Kommunen, Vereine oder etwa Initiativen haben, und wie sich dies in der Kulturförderung widerspiegeln sollte. Im Themenraum werden diese Themen mit dem Publikum diskutiert und zu Thesen für eine zukünftige Förderung der Kulturarbeit in ländlichen Räumen fortgeschrieben. Im Anschluss an den Ideenkongress werden die Thesen veröffentlicht.

 

ABLAUF

11.00 Uhr Einführung in den Themenraum
Barbara Neundlinger,  Geschäftsführerin der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V., und Christine Wingert, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.

11.15-13.00 Uhr Parallele Thesentische

1. Neue Funktionen von Kultureinrichtungen unterstützen
Festsaal
Mit dem Strukturwandel ländlicher Räume ändern sich auch die Kultureinrichtungen. Sie entwickeln sich zu „Dritten Orten“ der Begegnung, sie fungieren als Katalysator für Kulturschaffende, Künstlerinnen, Engagierte oder agieren über kommunale Grenzen hinweg als Ankerpunkte für Kulturträger in der Region.
Moderation: Annegret Schwiening, Geschäftsführerin des Landesverbands der Musikschulen in NRW e.V.

These 2: Regionale Kooperationen und Verbünde unterstützen
Galerieraum 1
Regionale Kulturbüros, kommunale Verbände, Museumsverbünde oder andere Zusammenschlüsse sind gute Plattformen für die Förderung von Kulturakteuren in unterschiedlichster Weise. Daher sind auch der Aufbau und die Unterstützung solcher regionalen Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen eine wichtige Form der Kulturförderung.
Moderation: Olaf Martin, Geschäftsführer des Landschaftsverbands Südniedersachsen

These 3: Engagement, Kümmerer und Raumpioniere stärken
Galerieraum 2
In den ländlichen Räumen ist nicht nichts. Jenseits des urbanen Kunst- und Kulturlebens gestalten und beleben breitenkulturelle Vereine und Bürgerinitiativen, Künstlerinnen und Kulturschaffende als Raumpioniere, Kümmerer, Netzwerkerinnen und/oder Impulsgeber die ländlichen Räume – sofern die Rahmenbedingungen stimmen.
Moderation: Beate Kegler, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim

These 4: Diversität ländlicher Räume berücksichtigen
Außenstelle Museum
Ländliche Kommunen unterscheiden sich aufgrund geografischer, demografischer, sozioökonomischer und anderer Faktoren erheblich. Nicht überall auf dem Land sind Abwanderung, Leerstände oder Stellenabbau in Kultureinrichtungen an der Tagesordnung. Daher braucht Kulturförderung für ländliche Räume diverse Ansätze und Strategien.
Moderation: Dr. Annette Jagla, Kulturmanagement und Beratung

These 5: Kultur und Region zusammen entwickeln
Außenstelle Werkleitz, 1. OG

Verkehrsanbindung und Breitbandversorgung, erreichbare Bildungseinrichtungen, sichere Arbeitsplätze - viele Faktoren bestimmen die Lebensqualität einer Region. Dabei müssen Förderinstrumente auch Kunst und Kultur als integrale Bestandteile einer zukunftsweisenden Dorf-, Stadt- und Regionalentwicklung einbeziehen.
Moderation: Thomas Krueger, Geschäftsführer des Niedersächsischen Heimatbunds e.V.

These 6: Projekt-, Konzept- und Prozessförderung weiterentwickeln
Spiegelsaal

Das Instrument der Projektförderung setzt die Kulturakteure unter ständigen Innovations-druck, verlangt hohen Aufwand für oft geringe Förderbeträge und begünstigt prekäre Lebenssituationen. Neue, vereinfachte Formen der Förderung, die den Wert der Kulturarbeit für die Gesellschaft honorieren, müssen – vor allem auf kommunaler Ebene – entwickelt und politisch beworben werden.
Moderation: Dr. Eckhard Braun, Kulturwissenschaftler und Kulturmanager

13.00-14.00 Uhr Mittagspause

14.00-16.30 Uhr Gespräche
Was brauchen die Kulturakteure auf dem Land? Wie können Förderinstrumente an neue Herausforderungen angepasst werden?

14.00-14.45 Uhr Gespräch: Perspektive Länder
Dr. Hildegard Kaluza, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Staatssekretärin Petra Olschowski, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Dr. Annette Schwandner, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Reiner Walleser, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Brandenburg

14.45-15.30 Uhr Gespräch: Perspektive Kommunen
Erik Homann
, Bürgermeister der Stadt Seesen
Norbert Zitzmann, Bürgermeister der Stadt Lauscha

15.45-16.30 Uhr Gespräch: Perspektive Bund
Katrin Budde, MdB
, Ausschuss für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag
Dr. Michael Frehse, Abteilung Heimat im Bundesministerium des Innern
Dr. Catrin Hannken, Referat „Kulturelle Bildung/Europäische Schulen“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung
Ralf Wolkenhauer, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Viele Wege führen über das Land

 

Gemeinsam mit der Kulturpolitische Gesellschaft (KuPoGe) haben wir für den Ideenkongress einen Themenraum zur „Kulturförderung“ entwickelt. Vorab befragte die KuPoGe ihre Mitglieder, welche sechs Thesen zur zukünftigen Kulturförderung auf dem Land für sie am wichtigsten sind. Über den Prozess und das überraschende Ergebnis gibt Christine Wingert Auskunft.

„Kultur ist auch im ländlichen Raum ein wichtiger Standortfaktor“

 

Auch in Baden-Württemberg steht der Kulturbereich auf dem Land vor neuen Herausforderungen: Demografischer Wandel, Internationalisierung, Digitalisierung. Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg über den Dialog zur Kulturpolitik der Zukunft, die Bedeutung der Breitenkultur und sogenannte weiche Standortvorteile, um die jederzeit hart gerungen werden sollte.