Ideenkongress

Neue Aufgaben für ländliche Kulturorte

Der gesellschaftliche Wandel hinterlässt seine Spuren auch in den Dörfern und kleinen Städten. Im Zuge der Digitalisierung und durch neue Formen der Kommunikation verändern sich unsere Arbeitswelt und unser Privatleben. Junge Menschen verlassen ihr Zuhause und suchen in den großen Städten nach beruflichen Perspektiven und neuen Angeboten. Die Gruppe der Senioren hingegen wird in vielen ländlichen Regionen immer größer.

Solche Veränderungen eröffnen auch Möglichkeiten und Freiräume: Menschen ziehen aufs Land, weil der Wohnraum günstiger ist und es mehr Platz gibt. Die digitale Vernetzung macht es möglich, von zu Hause aus zu arbeiten und dadurch lange Fahrtwege zu vermeiden. Und ältere Menschen wollen sich auch außerhalb der Familie aktiv zu engagieren. Diese Entwicklungen können neue Diskussionen eröffnen, um gemeinsame Werte und Visionen eines neuen Zusammenlebens.

Im Themenraum „Neue Aufgaben“ setzen wir uns mit diesen Diskussionen auseinander und fragen, wie Kultureinrichtungen darauf reagieren können und wie sie sich dafür verändern müssen. Veränderungen aus sich selbst heraus zu entwickeln, fällt sowohl Menschen als auch Institutionen oftmals schwer. Häufig helfen Impulse von außen. Wir haben Impulsgeber aus den Regionen eingeladen; es sind Vertreterinnen von Institutionen, junge Menschen und freie Akteure, die sich seit Jahren in ländlichen Regionen engagieren und dort arbeiten, unter anderem die Akademie Junges Land, die Amadeu Antonio Stiftung, die Happy Locals, das Thünen-Institut für Regionalentwicklung und das Kompetenzzentrum Kulturelle Bildung im Alter. Sie beschreiben Themen, die aus ihrer Sicht eine besondere Relevanz haben, beispielsweise, wie das vorhandene Engagement älterer Menschen besser eingebunden werden kann oder wie Räume aussehen, in denen diskutiert wird und gemeinsam Pläne geschmiedet werden. Sie gehen der Frage nach, wie demokratische Werte gestärkt werden, um populistischen Tendenzen entgegenzuwirken. Und sie beschreiben, was jungen Menschen wichtig ist und welche Freiräume sie brauchen, damit sie ihre Ideen umsetzen können.

Gemeinsam mit dem Publikum diskutieren die Impulsgeber und Vertreterinnen von Kulturverbänden wie dem Deutschen Bibliotheksverband, dem Deutschen Bühnenverein und dem Deutschen Kulturrat anschließend, was diese Themen für die Arbeit von Kultureinrichtungen bedeuten, welche Aufgaben daraus für ländliche Kulturorte entstehen und ob sich die praktischen Ansätze aus anderen zivilgesellschaftlichen Zusammenhängen auf Kultureinrichtungen übertragen lassen. Nicht zuletzt wird es um die Frage gehen, welche Unterstützung die Kulturorte benötigen, um diesen neuen Aufgaben gerecht zu werden.