Ideenkongress 2023

Wer fördert Kultur auf dem Land?
Einblicke in Förderprogramme deutschlandweit

Kulturschaffenden in ländlichen Räumen fehlt es nicht an Ideen für künstlerische und kulturelle Vorhaben. Im Gegenteil. Wer aber kommt für ein Projekt als Förderer infrage? Die Förderlandschaft in Deutschland ist vielfältig. Für den ländlichen Raum möchte TRAFO mit dem Programmpunkt „Einblicke in die Förderung“ einen Überblick geben und stellt unterschiedliche Förderprogramme und Forschungsvorhaben vor – in einer hohen Dichte und großen thematischen Bandbreite.

Vertreterinnen und Vertreter der Förderprogramme beschreiben deren jeweilige Ausrichtung. Außerdem berichten erfolgreiche Projekte in kurzen Vorträgen von besonders anschaulichen Ideen und Erfahrungen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen der Frage nach, was wie und warum gefördert wird. Und schließlich sind die Teilnehmenden eingeladen, in Diskussionen zentrale Erkenntnisse aus der Förderung der vergangenen Jahre zu reflektieren: Was brauchen Kulturakteure in ländlichen Räumen? Wie kann Kultur in ländlichen Räumen wirksam werden? Und wie könnte die Zukunft der Förderlandschaft aussehen?

Zum Programm

Gleichwertige Lebensverhältnisse: Mit dem Programm „Region gestalten“ verfolgt die Bundesregierung das Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Regionen Deutschlands herzustellen. Auf dem Ideenkongress stellen wir das Programm und drei Vorhaben vor, die sich auf unterschiedliche Weise um eine bessere kulturelle Teilhabe bemühen. Förderer sind das Bundesministerium des Innern und für Heimat und das Bundesinstitut für Bau- Stadt- und Raumforschung.

Kräfte bündeln: Gerade in strukturschwachen ländlichen Räumen braucht es Kooperationen, denn Engagierte stehen hier besonders häufig vor vielfältigen Herausforderungen. Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt unterstützt mit dem Programm „Engagiertes Land“ und ihrem Ansatz der Engagement-Netzwerke Kulturaktive auf dem Land.

Standortfaktor Kultur: Ein attraktives Kulturleben ist ein wichtiger Standortfaktor für Dörfer und Gemeinden. Daher förderte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit dem dem Bundesprogramms Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULEplus) Modellprojekte zu kulturellen Aktivitäten und kultureller Teilhabe in ländlichen Regionen im Rahmen von „LandKULTUR“. Erfolgreiche Beispiele mit dem Fokus auf der Beteiligung von Jugendlichen werden vorgestellt und Ziele und Ergebnisse der Forschungsfördermaßnahme „Faktor K“ präsentiert.

Machen statt zuschauen: Ursprünglich als Initiative gegen den demografischen Wandel in Ostdeutschland entworfen, ist aus dem Programm „Neulandgewinner“ der Robert-Bosch-Stiftung ein Netzwerk entstanden, das seit 2012 insgesamt 129 Projekte unterschiedlichster Landaktivistinnen und -aktivisten gefördert hat und weiter begleitet. Im Gespräch mit drei Neulandgewinner*innen gibt das Programmbüro Einblick in die Besonderheiten der Förderung und beschreibt die Langzeitwirkung auf die Aktiven.

Verbündete finden: Das Pilotvorhaben „KreativLandTransfer“ startete 2020 mit dem Ziel, die Kultur- und Kreativszene in ländlichen Räumen zu fördern. Im Rahmen eines Tandemprogramms wurden bundesweit zahlreiche Kulturschaffende und Vertreterinnen und Vertreter aus der Kreativwirtschaft miteinander vernetzt. Eines der Tandemprojekte stellt sich auf dem Ideenkongress in Chemnitz vor.

Demokratisches Miteinander: Seit einigen Jahren fragen sich viele Fördermittelgeber, wie wir die Spaltung unserer Gesellschaft aufhalten können? Die Programme „Zusammenhalt durch Teilhabe“ und „Miteinander reden“ des Fachbereichs „Politische Bildung im ländlichen Raum“ der Bundeszentrale für politische Bildung widmen sich diesen Fragen. Drei geförderte Projektakteure erzählen von ihren Ideen und ihren Visionen.

Erbe gestalten: Kirchen und Klöster prägen seit Jahrhunderten ländliche Gemeinden. Die fortschreitende Säkularisierung wirft jedoch Fragen nach ihrer Zukunft auf. Das Soforthilfeprogramm der Beauftragen für Kultur und Medien „Kirchturmdenken“ (2021-2023) unterstützte regionale Projekte zur Vermittlung des kulturellen Erbes und zur Entwicklung von Kulturangeboten. Wir stellen das Programm vor und auch das aus ihm entstandene Netzwerk für den Wissenstransfer.

Den Dialog förden: Bibliotheken leisten einen wichtigen Beitrag zur Demokratiestärkung. Gut verankert in der Dorf- und Stadtgesellschaft, bieten sie Raum für Gespräch und Austausch. Das Kooperationsprojekt „Land.schafft.Demokratie“ der Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) und des dbv unterstützt Bibliotheken und ihre Mitarbeitenden dabei, Formate zur Demokratiebildung, Dialogförderung und Netzwerkbildung umzusetzen. Das Projekt richtet sich an kleine Bibliotheken in ländlichen Räumen. Zehn Pilotbibliotheken sind aktuell mit an Bord.

Wissenstransfer: Am Ende fasst das Projekt MetaKlub auf dem Ideenkongress Erkenntnisse aus der Forschung zusammen. Im Mittelpunkt stehen 20 Projekte, die nach der Förderrichtlinie „Kulturelle Bildung in ländlichen Räumen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert wurden. Ziel ist es, ihre Erfahrungen zu vergleichen. Dabei soll die Vernetzung zwischen Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und Aktiven aus der Praxis eine ebensolche Rolle spielen wie die Vermittlung gewonnener Forschungsergebnisse.