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LEADER
Das Förderinstrument erklärt

LEADER ist ein methodischer Ansatz der Regionalentwicklung, mit dem die Europäische Union seit 1991 Vorhaben im ländlichen Raum unterstützt. LEADER wird umgesetzt von sogenannten Lokalen Aktionsgruppen (LAGs). In Deutschland arbeiten aktuell 321 LAGs in Regionen mit rund 28 Mio. Einwohnern. Umgerechnet heißt das: 60 Prozent der in ländlichen Räumen lebenden Bevölkerung Deutschlands wohnen in einer LEADER-Region. In der aktuellen Förderperiode 2014 bis 2020 sind deutschlandweit rund eine Milliarde Euro an EU-Mitteln für LEADER vorgesehen – durchschnittlich 13 Prozent des ELER-Budgets, zuzüglich nationaler und regionaler Kofinanzierungen.

Das Budget für LEADER speist sich aus ELER, dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. In Deutschland bestimmen die einzelnen Bundesländer selbst, wie viele Mittel aus ELER sie für LEADER einsetzen, mindestens aber 5 Prozent. Je nach Bundesland beträgt dieser Anteil zwischen 6 Prozent und 40 Prozent.

In der aktuellen Förderperiode arbeiten europaweit 2.784 LAGs. Der Anteil der in ländlichen Regionen lebenden Bevölkerung der Europäischen Union, die in einer LEADER-Region wohnen, beträgt 61 Prozent. Nach einer Hochrechnung des Mitteleinsatzes von 2016 stehen den EU-Mitgliedsstaaten in der Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 9,8 Mrd. Euro an LEADER-Mitteln zur Verfügung. Das Budget pro Land fällt unterschiedlich hoch aus. Jeder EU-Mitgliedsstaat verwendet mindestens 5 Prozent der Mittel aus ELER für LEADER. Diese Fördersumme wird kofinanziert durch Mittel aus den nationalen und regionalen Entwicklungsprogrammen für den ländlichen Raum (EPLR) der jeweiligen EU-Länder.

Die Anzahl der LAGs und damit der LEADER-Regionen hat sich seit Einführung des Förderinstruments 1991 mehr als verzehnfacht. Laut einer Schätzung des European Network for Rural Development auf Basis des Datenstands von 2016 wird LEADER am Ende der laufenden Förderperiode 2014 bis 2020 voraussichtlich 161 Mio. Menschen erreicht haben.