Die achte Ideenreise führte uns in Kooperation mit dem Programm „Orte der Demokratie“ des Sächsischen Staatsministeriums der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung vom 11. – 12. Mai nach Löbau und Bautzen. Im Fokus der Reise standen die Fragen, wie gerade Jugendperspektiven Raum gegeben werden kann, was junge Menschen in ihrem Ort hält und welche Unterstützung sie brauchen, um sich eine Zukunft aufzubauen. Mit über fünfzehn Interessierten besuchten wir zur Beantwortung verschiedene „Orte der Demokratie“.
Begrüßt wurden wir am ersten Tag im LÖBAULEBT e.V. von René Seidel, dem Vorsitzenden des Vereines und Staatssekretärin Dr. Gesine Märtens, Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung. „Da wo Kultur nur Funktion ist, geht sie verloren,“ sagt sie und hebt die besondere Bedeutung der verschiedenen „Orte der Demokratie“ hervor.
Wie kann es gelingen, dass an diesen Orten insbesondere auch Jugendperspektiven Raum gegeben wird? Wie Selbstorganisation mustergültig funktioniert, berichteten die verantwortlichen Jugendlichen im „Makerspace Geistesblitz“ vor Ort im LÖBAULEBT e.V. Auf Idee der Jugendlichen hin ist selbstorgansiert ein basisdemokratisch strukturierter Ort entstanden, an dem u.a. mit 3D-Druckern gearbeitet werden kann. Jugendliche bieten hier Workshops an und versuchen mit verschiedensten Angeboten, einen Raum für alle zu schaffen. Einig sind sich Max Hilse und die anderen Jugendlichen des Makerspace, dass die Idee für ein Projekt aus Eigeninitiative entstehen und der Raum wirklich selbstverwaltet werden muss, damit die Jugendlichen diesen als ihren Raum ansehen und entsprechend Verantwortung übernehmen.
Auch in Krauschwitz entsteht im Rahmen des Projekts „Amboss und Birne“, einem Beteiligungsprojekt der Stadt, ein selbstverwalteter Treffpunkt. Jugendliche haben in dieser von Abwanderung geprägten Region eigenverantwortlich das selbstorganisierte Freizeitprojekt „Garage 54“, eine Schrauberwerkstatt, gegründet, das sich bereits als Treffpunkt für Jugendliche vor Ort etabliert hat. Wie in Löbau ist man auch in Krauschwitz der Meinung, dass man die Jugendlichen „einfach mal machen lassen“ müsse, wie Tristan Mühl, Bürgermeister der Stadt, den Teilnehmenden der Ideenreise in seiner Präsentation des Projekts eindrücklich vermittelt hat.
Die letzte Station der Reise war am zweiten Tag der Steinhaus Bautzen e.V., ein soziokulturelles Zentrum. Unter Beteiligung von Jugendlichen ist hier ein Skatepark entstanden, der inzwischen überregional bekannt ist und von vielen verschiedenen Gruppen genutzt wird. Im Gegensatz zu den beiden selbstverwalteten Projekten arbeiten die Jugendlichen hier mit dem Sozialarbeiter Benno Auras zusammen, der seine Aufgabe darin sieht, die Jugendlichen zu unterstützen, einen Ort zu schaffen, an den sie gerne zurückkehren. Dafür sei aus verschiedensten Gründen heraus kontinuierlich Betreuung notwendig, berichtet der Sozialarbeiter im Rahmen des abschließenden Reflexionsgespräches vor Ort auf dem Skateplatz, denn nur gemeinsam sei es möglich an der Ausbildung eines Demokratieverständnisses zu arbeiten.