Ideenkongress

Perspektive Land

Partner im Themenraum war die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen.
Verantwortlich für die Konzeption des Themenraums war Kerstin Faber, Projektleiterin IBA Thüringen.

 

Wie steht es um das Verhältnis zwischen Stadt und Land? Ist die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse realistisch? Und wie können  demokratischer Strukturen in ländlichen Räumen gestärkt werden? Architektinnen, Journalisten, Wissenschaftlerinnen und Kulturakteure diskutieren neue Perspektiven für das Land. 

 

Das Land in der Stadt und die Stadt auf dem Land
Dr. Marta Doehler-Behzadi
, Geschäftsführerin der IBA Thüringen
Marta Doehler-Behzadi geht in ihrem Impulsvortrag auf die zunehmende Angleichung von Stadt und Land ein und erläutert das Konzept StadtLand. Sie untersucht das Konzept auf Nachhaltigkeit und fragt, welchen Wert das Land und die Kulturlandschaft, der Freiraum, die Flächen und Böden darin einnehmen.

 

Es lebe das Land! Freiräume, Chancen, Potenziale
Prof. Kerstin Schultz, liquid Architekten
In ihrem Impulsvortrag geht Prof. Kerstin Schultz den Fragen nach, ob das Land noch als Sehnsuchtsort taugt und welche Erwartungshaltung dem Land heute entgegengebracht wird. Dabei schaut sie insbesondere auf die Rolle der Bau- und Landkultur und fragt: „Ist das Land nur noch zum Wohnen da?“

 

Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse. Ein Plädoyer für ein neues Integrationsversprechen
Prof. Dr. Claudia Neu, Georg-August-Universität Göttingen, Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung, Lehrstuhl für Soziologie Ländlicher Räume
Prof. Dr. Claudia Neu betrachtet die Debatte um den Wert gleichwertiger Lebensverhältnisse und den sozialen Zusammenhalt. Welche Infrastrukturen müssen gleichwertig gewährleistet sein? Wie können wir ein neues Integrationsversprechen für unterschiedlichste Räume entwerfen? Was können wir vom Staat fordern und wie?

 

Helden statt Hürden. Wie der ländliche Raum seine Zukunft gestalten kann
Dr. Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung
Dr. Reiner Klingholz beschäftig sich mit dem Verhältnis von engagierter Zivilgesellschaft vor Ort auf der einen und staatlichen Stellen auf der anderen Seite. Er fragt: Wie können sinnvolle Kooperationen und Förderungen für die Entwicklung ländlicher Räume aussehen? Welche Beispiele gibt es bereits dazu, was können wir von ihnen lernen? Wie können wir die Erfahrungen effektiv verbreiten? Und was passiert, wenn nichts passiert?

 

Medien können das Land bewegen. Herausforderungen des Lokaljournalismus
Benjamin Piel, Chefredakteur des „Mindener Tageblatts“
Der Journalist Benjamin Piel fragt in seinem Beitrag, wie es heute gelingen kann, eine gute Lokalzeitung zu betreiben, die vielfältig informiert, objektiv aufklärt und Diskussion befördert. Stellt die Fokussierung auf das Lokale und die Zentralisierung der überregionalen Inhalte eine Gefahr oder eher eine Chance für den Lokaljournalismus dar?

 

Mehr Mut zur Stärke. Förderung von Demokratie auf dem Land
Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung
In seinem Impulsvortrag zeigt Timo Reinfrank, wie wichtig es ist, dass demokratische Institutionen und ihre Vertreter vor Ort in ländlichen Räumen präsent sind und es eine starke Zivilgesellschaft gibt. Er fragt, was passiert, wenn es beides nicht mehr gibt? Und wie kann man beides fördern?

 

Neue Raumsolidarität. Projektorientierte Allianz der Zentren und ihres Hinterlandes
Dr. Julian Petrin
, urbanista
Ausgehend von der Feststellung, dass Städte und ihre Randbereiche sich sozioökonomisch und damit auch als politische Gebilde stabilisieren, der ländliche Raum aber kaum von dieser Entwicklung profitiert, fragt Dr. Julian Petrin, wie dieser Entwicklung begegnet werden kann. Was können wir aus den Fehlern vorangegangener Gebietsreformen oder auch aus gelungenen interkommunalen Kooperationen lernen? Liegt die Verantwortung dabei nur auf raumpolitischer Ebene?

 

Arrival Stadtland. Zwischenraum zum Ankommen
Hanka Giller
, Leiterin Amt für Jugend/Sport der Stadtverwaltung Saalfeld
Hanka Giller fragt, wie Zuwanderung im ländlichen Raum gelingen könnte und zeigt, wie aus einer Brache in Saalfeld ein gemeinsam entwickelter, internationaler Ort mit Perspektive wird. Wie werden attraktive Räume des Ankommens gestaltet? Wie schafft man Offenheit auf allen Seiten? Welche Handlungsansätze und Partnerinnen braucht es dazu? Was bedeutet das für die Entwicklung der Kultur vor Ort?

 

Gemeinwohlproduktion als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Forderung nach einer neuen Haltung
Loring Sittler, ehemaliger Leiter des Generali Zukunftsfonds
Der Paradigmenwechsel, der sich zurzeit insbesondere im sozialen Bereich ankündigt, fordert eine gewaltige Gemeinschaftsleistung. Loring Sittler fragt in seinem Statement: Welche grundlegenden Haltungsänderungen leiten sich aus dieser Ausgangslage ab? Und welche Rolle spielen dabei die Alten?