Regionen
22/05/2017
Südniedersachsen Harz|Museen|Welterbe
TRAFO-Workshop im Schacht Kaiser Wilhelm II

Workshop zur Potenzial-Analyse des Projekts Harz|Museen|Welterbe am 22.5. in Clausthal-Zellerfeld

15/12/2016
Südniedersachsen Harz|Museen|Welterbe
„Ans Licht geholt“ – Ausstellungseröffnung und Gesprächsrunde

„Ans Licht geholt – Schenkungen und Neuzugänge 2016“ hieß die Ausstellung, die am 15. Dezember 2016 um 17 Uhr im Oberharzer Bergwerksmuseum eröffnet wurde.

Harz|Museen|Welterbe

Projekt-Dossier

 

Der westliche Harz ist ein Mittelgebirge in Südniedersachsen, das fast 3.000 Jahre lang durch den Bergbau bestimmt wurde. Dieser formte nicht nur die Natur, indem er das Innere der Berge zu besonderen Kultur- und Industrielandschaften machte, sondern beeinflusste auch Alltagskultur und Siedlungswesen. Mit der historischen Altstadt von Goslar und den vielfältigen Spuren des Bergbaus verfügt die Region über zahlreiche kulturräumliche Höhepunkte. In den zwei Landkreisen Goslar und Osterode am Harz befindet sich mit 220 km² die größte Weltkulturerbestätte Deutschlands: Zur Stätte „Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft“ zählen zehn Museen und eine Vielzahl offener Bodendenkmäler.

Fortbestand der Regional- und Heimatmuseen sichern

Allerdings kämpfen viele dieser kleineren Museen, wie vergleichbare Regional- und Heimatmuseen in ganz Deutschland, um ihren Fortbestand. Besucherzahlen sinken, finanzielle Spielräume schwinden. Der westliche Harz leidet an Abwanderung und Überalterung. Für die Landkreise Goslar und Osterode werden bis 2030 Bevölkerungsrückgänge bis 15 Prozent erwartet („Wer, wo, wie viele? – Bevölkerung in Deutschland 2030“. Datenreport der Bertelsmann Stiftung 2015). Kommunale Sparzwänge bedeuten Kürzungen der Kulturetats. Geringere Ressourcen verhindern konzeptionelle Neuerungen – und dies wiederum führt zu sinkendem Besucherinteresse. Eine Negativspirale setzt ein, die schwer zu durchbrechen ist. Zugleich sind gerade die vielen lokalen Bergbaumuseen und Besucherbergwerke, die oft als Vereine ehrenamtlich betrieben werden, ein wichtiger Bestandteil der regionalen Tradition. Dennoch fehlt gerade solchen kleinen Museen in Vereinsträgerschaft häufig der Nachwuchs und somit eine Perspektive über die nächsten zehn bis 20 Jahre.

Den Generationenwechsel organisieren

Das TRAFO-Projekt „Harz|Museen|Welterbe“ will gerade diese kleinen Einrichtungen stärken und einen kooperativen Ansatz erproben. Im Mittelpunkt der Transformation stehen daher ein Bergbaumuseum und drei kleinere Besucherbergwerke: das Oberharzer Bergwerksmuseum in Clausthal-Zellerfeld, die Silbererzgrube Samson in St. Andreasberg, der 19-Lachter-Stollen in Wildemann und die Schachtanlage Knesebeck in Bad Grund. Bisher hatte jedes der Museen die ganze Geschichte des Bergbaus vermittelt. Nun erarbeiten sie ein gemeinsames Konzept, um zum einen die Besonderheiten der einzelnen Stätten herauszuarbeiten. Dabei will man gezielt vermeiden, dass die Museen miteinander konkurrieren, um jeweils nur ihre eigene Zukunft zu sichern. Ziel ist es, insbesondere mehr junge Menschen daran zu beteiligen, die Museen zu gestalten und für die Museen Verantwortung zu übernehmen. So sollen aus den historischen Erinnerungsorten des Bergbaus moderne Vermittlungsorte für vielfältige Themen und aktuelle Fragestellungen werden. Wie sieht die Energieproduktion der Zukunft aus? Wie können wir nachhaltiger mit den Ressourcen umgehen? Welche Umweltverschmutzungen finden sich im Zeitalter des Anthropozäns in der Harzer Landschaft?   

Entwicklung in drei Schritten

In einem ersten Schritt haben die Museen herausgearbeitet, welche Schwerpunkte sie künftig setzen werden und wie der Fokus ihrer Ausstellungen neu definiert werden soll. Um die Neuerungen lokal zu verankern, arbeiten sie dabei mit Schulen, Bürgern und Vereinen der Oberharzer Bergstädte zusammen. Im zweiten Schritt führen sie Mitarbeiterpools, Sammlungen und andere Ressourcen der Einrichtungen zusammen, so dass sich ergänzende Angebote entstehen. In einer dritten Phase wird der neue Verbund ein abgestimmtes Design der einzelnen Dauerausstellungen entwickeln und für das „UNESCO-Welterbe im Harz“ ein gemeinsames Erscheinungsbild finden.

Im Rahmen dieses Transformationsprozesses bearbeitet das Projekt „Harz|Museen|Welterbe folgende Themen- und Fragestellungen:

Erinnerung und Gegenwart verbinden
Was ist das Besondere an den beteiligten Museen und Besucherbergwerken? Wie kann es gelingen, diese Orte neu zu gestalten und gleichzeitig ihre Besonderheiten zu bewahren? Wie können ehemalige und zukünftige Besucher in die Umgestaltung der Orte einbezogen werden?

Generationenwechsel gestalten
Was braucht es dafür, dass sich insbesondere mehr junge Menschen mit ihrer lokalen Tradition identifizieren und Verantwortung für ihre Kulturorte übernehmen?

Solide Basis begründen
Welche Möglichkeiten gibt es, gemeinsam mit weiteren lokalen Kultureinrichtungen eine zukunftsfähige Trägerstruktur zu gestalten?

UNESCO-Welterbe im Harz

Die Stiftung UNESCO-Welterbe im Harz dient der Erhaltung und Präsentation der UNESCO-Weltkulturerbestätte Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft. Entsprechend der Forderung der UNESCO nach angemessener Vermittlung einer Welterbestätte entwickelt sie Modelle für eine gemeinsame Infrastruktur, Management und Trägerschaft der Museen sowie Besuchereinrichtungen im Welterbe.

Gegenwärtig errichtet die Stiftung UNESCO-Welterbe im Harz im Rahmen verschiedener Förderprojekte und im Verbund mit frequenzstarken Projektpartnern wie dem Bergwerk Rammelsberg, Kaiserpfalz und Altstadt von Goslar oder dem ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried eine Infrastruktur dezentraler Welterbe-Informationszentren und Modelle einer alternativen Managementstruktur und Trägerschaft für alle Kultureinrichtungen im Welterbe.

Im Projekt stellt die Welterbe-Stiftung den Mitarbeiter und Kulturhistoriker Ulrich Reiff im Umfang einer halben Stelle für die Projektleitung frei. Als seine Stellvertreterin fungiert die ebenfalls bei der Welterbe-Stiftung beschäftigte Geologin und Geografin Dr. Manuela Armenat. Die Personalverwaltung und Finanzbuchhaltung im Projekt leistet die Welterbe-Stiftung.

Zum Hintergrund

Das 1892 gegründete Oberharzer Bergwerksmuseum bildet für das Projekt „Harz|Museen|Welterbe“ die Basis. Im Eigentum der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld, die kommunaler Partner im Projekt ist, wird das traditionsreiche Haus seit 2014 durch die Stiftung Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft betrieben. Mit dem Ottiliaeschacht von 1876, den Rosenhöfer Radstuben von 1685 / 1806, dem Schacht Kaiser Wilhelm II. von 1880 und den Gruben Dorothea und Caroline von 1709 / 1711 betreut und betreibt es vier UNESCO-Welterbe Denkmale.

Projektpartner sind: die Grube Samson in St. Andreasberg, Welterbe-Denkmal von 1521, Besucherbergwerk seit 1951, mit der Stadt Braunlage als Eigentümer und Pächter J. Klähn als Betreiber; der 19-Lachter-Stollen in Wildemann, Welterbe-Denkmal von 1535, Besucherbergwerk seit 1971, mit dem Bergwerks- und Geschichtsverein Wildemann e.V. als Betreiber; die Schachtanlage Knesebeck in Bad Grund, Welterbe-Denkmal von 1855, Bergbaumuseum seit 1986, mit der Gemeinde Bad Grund als Eigentümer und dem Förderverein Bergbau- und Heimatmuseum Bad Grund e.V. als Betreiber.

Nähere Informationen unter: www.welterbeimharz.de

Kontakt

Ulrich Reiff
Projektleiter
Harz|Museen|Welterbe
Stiftung UNESCO-Welterbe im Harz
Oberharzer Bergwerksmuseum
Bornhardtstraße 16
38678 Clausthal-Zellerfeld
Tel. +49 (0) 53 21 / 750 115
reiff [​at​] unesco-welterbe-harz.de