Programm
21/03/2017
Vorstellung des TRAFO-Programms beim 6. Bundesfachkongress Interkultur

Am 4. April 2017 stellt sich das Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ beim Bundesfachkongress Interkultur in Braunschweig vor.

17/03/2017
Demografiepolitische Bilanz der Bundesregierung

Zum Ende der 18. Legislaturperiode hat die Bundesregierung im Hinblick auf ihre Demografiestrategie eine Bilanz gezogen.

TRAFO - Modelle für Kultur im Wandel

Viele ländliche Regionen Deutschlands leiden unter Abwanderung, Überalterung und sinkenden Einnahmen ihrer Gemeinden. Als freiwillige Aufgabe der Daseinsvorsorge stehen gerade auch Kultur und öffentlich geförderte Kultureinrichtungen zur Disposition. Zu ihnen zählen zum Beispiel Theater von Klein- und Mittelstädten oder Regional- und Heimatmuseen, aber auch Stadtbüchereien, Musikschulen oder Volkshochschulen.

Vor diesem Hintergrund hat die Kulturstiftung des Bundes das Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ ins Leben gerufen. Von 2016 bis 2020 unterstützt TRAFO Kultureinrichtungen in vier Modellregionen mit bis zu 13,5 Millionen Euro dabei, sich weiterzuentwickeln: im Oderbruch, in Südniedersachsen, in der Saarpfalz und auf der Schwäbischen Alb. Dort werden Transformationsprojekte der ausgewählten Kultureinrichtungen gefördert, die mit partizipativen, kooperativen und identitätsstiftenden Ansätzen Beispiele geben, wie kleine Einrichtungen in ländlichen Räumen zu zeitgemäßen, spannenden Kultur- und Lernorten werden. Die beteiligten Ministerien, Landkreise und Kommunen kofinanzieren das TRAFO-Programm mit 10% und stellen Mitarbeiter der Kommunal- oder Kreisverwaltung frei.

Öffnung bestehender Kultureinrichtungen

Im Mittelpunkt der TRAFO-Projekte steht die Öffnung bestehender Kultureinrichtungen, um in Zusammenarbeit mit den Bürgern vor Ort das Kulturangebot in Zukunft zu entwickeln. Es entstehen Qualitäten, die über klassische Formen von Bildungs-, Vermittlungs- und Bühnenangeboten hinausgehen: Stadtbibliotheken werden zu interkulturellen Lernorten, Heimatmuseen entwickeln sich zu Schauräumen regionaler Identität und experimentieren gemeinsam mit Schulen mit neuen Vermittlungsformaten, Kultureinrichtungen eines ganzen Landkreises unterziehen sich einem partizipativen Entwicklungsprozess, Bergbaumuseen gestalten den Generationenwechseln und werden zu modernen Vermittlungsorten für aktuelle Themen.

Aufbau von Kooperationen

Eine weitere Strategie der TRAFO-Projekte ist der Aufbau von neuen Kooperationen. Gerade in dünnbesiedelten Gebieten gilt es, Kulturangebote für eine ganze Region neu zu denken. Dazu ist es nötig, dass die bestehenden Kultureinrichtungen über den Tellerrand schauen und ein Austausch in den Regionen in Gang kommt. Gemeinsam mit Vereinen, freien Initiativen und Schulen entwickeln sie Formate und Angebote neuer Tragweite und Ausstrahlung. Indem sie beginnen, neue Partner zu finden, wird es zudem möglich, beispielsweise finanzielle Mittel und Räume gemeinschaftlich zu nutzen.

Starke Allianzen zwischen Kultur und Politik

Um diese Neuerungen nachhaltig in der Gesellschaft zu verankern, ist ein weiterer Leitgedanke der TRAFO-Projekte, starke Allianzen der Kulturakteure mit der Politik und der Verwaltung zu bilden. Denn nur wenn sich viele Verantwortliche darauf einigen, welchen Beitrag die Kultureinrichtungen für eine positive Weiterentwicklung ihrer Regionen leisten können, erfährt die freiwillige Leistung Kultur eine langfristige finanzielle Sicherung und eine breite Unterstützung. Daher ist es wichtig, Kultur und Bildung nicht nur in der Stadtgesellschaft, sondern auch in ländlichen Regionen zu stärken, denn schon das ambitionierte Programm einer Musikschule, eine gut vernetzte Schule oder ein lebendiger Verein können das Gemeinwohl stärken und neue Perspektiven insbesondere für Jugendliche einer Region aufzeigen.

In den kommenden Jahren sollen im Rahmen von „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ beispielhafte Vorhaben entwickelt werden, die als Vorbild und Empfehlung an andere Regionen und Kultureinrichtungen dienen werden, welche Aufgaben Kultur und die Kultureinrichtungen in ländlichen Räumen künftig erfüllen können und welche neuen Arbeitsweisen dazu geeignet sind, damit sie dauerhaft gesellschaftliche Relevanz entfalten.